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Kirche zu Polbitz in der Elbaue am Elberadweg

27 Juli 2010 1.208 views bisher 1 Kommentar
Kirche Polbitz

Kirche Polbitz

Die Polbitzer Kirche gehört zu den ersten klassizistischen Kirchen-Neubauten in dieser Region, so dass ihr sicher eine gewisse Vorbild-funktion zuzuschreiben ist.

Der Vorgängerbau, eine kleine Kirche aus dem 17. Jh., wurde vermutlich weitestgehend, bis auf die unteren Umfassungswände des Turmes, abgerissen. Um die Wehrhaftigkeit der massiven Wände etwas aufzulösen, erhielt der Turm ein fünftes Geschoss in sehr schöner feingliedriger Backsteinbauweise.

Ebenso wurden die Öffnungen des Turmes mit Backsteinen eingefasst. Als oberen Abschluss wählte man ein einfaches Satteldach mit einem filigran geformten achteckigen Dachreiter. An den Turm schließt sich das Langhaus mit einer halbkreisförmigen Apsis an. Der Charakter der Fassade wird ganz wesentlich durch die harmonisch angeordneten, hochaufstrebenden Rundbogenfenster mit sehr schöner Sprossung, den vollständig gequaderten Putz und die umlaufenden, reich profilierten Gesimse geprägt.

Die weitgehende Angleichung von Apsis und Langhaus führen zu einer bemerkenswerten Geschlossenheit des Baukörpers. Das Innere dieser kleinen Dorfkirche besticht durch seine klare Gliederung und die Geometrie der Raumteile. Der langgestreckte Saal führt direkt in die halbkreisförmige Apsis. Das Hauptschiff ist mit einer halbrunden Tonne überwölbt, welche auf achteckigen Pfeilern ruht. In den Seitenschiffen sind einstöckige Emporen angeordnet, die über den Eingangsbereich miteinander verbunden sind. Besonders erwähnenswert hier sind die mit einer Muschel und Akanthusranken bemalten Kassetten der Emporenbrüstung. In den letzten Jahren wurden umfangreiche Sanierungsarbeiten an der Kirche vorgenommen.

Ein Kommentar »

  • Jürgen Franke schreibt:

    Hallo,

    es wäre sicher von Interesse zu erwähnen, dass diese Kirche nicht mehr als Kirche ( Im Sinne eines Gotteshauses für Gottesdienste etc. ) genutzt wird, sondern leer steht und als Ausstellungsraum dient…ich kam im September auf meiner Radtour quer durch Deutschland daran vorbei.
    Von außen sehr schön, innen wie der Wartesaal einer Bahnhofshalle.
    Schade.
    Danke an den jungen Mann, der mir die Geschichte der Kirche erklärte…und die Trinkflasche an meinem Rad füllte!

    Freundliche Grüße,
    Jürgen Franke

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