Kirche zu Naundorf LK Wittenberg
Der Rundwanderweg Romanische Kirchen (rund um Seyda – Route 7 der Mitteldeutschen Kirchenstrasse) wird in Naundorf durch den Europaradweg -R1- tangiert, welcher aus dem Brandenburgischen kommend über Zahna, Wittenberg und die Dübener Heide sich nach Frankreich fortsetzt. Auch in Naundorf ist eine Kirche romanisch errichtet. Es ist ein Saalbau aus Feldstein aus dem 13. Jahrhundert mit spätbarocker Ausstattung. Naundorf ist ebenfalls eine flämische Siedlung, von den Flamen, die von der Nordseeküste um das Jahr 1150 hierher kamen, begründet. Das Dorf war zuerst an anderer Stelle, weiter westlich unmittelbar gelegen an der Alten Heerstrasse an der Grenze zu Brandenburg. Aus dem Jahr 1459 ist die erste schriftliche Urkunde mit dem Ortsnamen erhalten. Nach dem Dreißigjährigen Krieg wurde auch die Kirche neu aufgebaut und bekam ihre heutige Gestalt. Der Turm ist von 1734, wie die Inschrift der Wetterfahne zeigt. Die Kirche wurde nach dem Vorbild der romanischen Feldsteinkirchen auf dem Fläming gebaut: im Süden, wettergeschützt, die Eingänge für Gemeinde und Pfarrer; die Kirche deutlich unterteilt in Gemeindekirche und Chorraum (man erkennt es an dem Mauervorsprung an der Nordwand), eine Apsis. Dass es nicht eine der bei der Besiedlung durch die Flamen gebaute Kirche ist, erkennt man auch an der fehlenden Isometrie der Steine: es war schon besserer Mörtel vorhanden, so dass die Steine nicht alle gleich groß sein und übereinandergelegt werden mußten. Der Taufstein erinnert an die Zugehörigkeit zur Superintendentur Seyda und zur Parochie Kurzlipsdorf in alter Zeit. [Bild nicht gefunden] Der Altar ist ein typisch lutherischer Kanzelaltar, der die wichtigen Heilsmittel unserer Kirche verdeutlicht: Wort (Kanzel) und Sakrament (Altar, Taufe). An der Kanzel fällt der Glashalter ins Auge: Früher waren die Predigten sehr viel länger, oft über eine Stunde. Damit es nicht zu lange dauerte, gab es eine Sanduhr, die dort stand. Bemerkenswert in der Naundorfer Kirche ist das Gedenkkreuz und das Gedenkbuch für die Gefallenen und Vermißten der Weltkriege links neben dem Altar. Die Kerzen werden am Volkstrauertag und zum Ewigkeitssonntag angezündet. Auf dem alten Friedhof befindet sich ein Gedenkstein für die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft, 1991 errichtet. In den 80iger Jahren konnte in die Kirche eine Bankheizung eingebaut werden, und eine Winterkirche im Turm wurde eingerichtet, in der die Gottesdienste in der kalten Jahreszeit wie auch die Christenlehre und die Bibelwoche stattfinden. Der Kirchturm bekam 2002 seine neue Farbe. Naundorf hat zusammen mit dem Ortsteil Mark Friedersdorf etwa 199 Einwohner, ungefähr 60% gehören zur Kirchengemeinde. Schon seit sehr langer Zeit gehörte Naundorf zur Parochie Seehausen, erst im Jahr 2000 gab es einen Wechsel nach Seyda, wegen der Landesgrenzen. [Bild nicht gefunden] Seit dem 19.06.2010 verfügt die Mitteldeutsche Kirchenstrasse mit der Kirche zu Naundorf über eine “Botschaft” extra für Touristen. Sie wurde in das Netz des Vereins Mitteldeutsche Kirchenstrasse integriert und ist damit Anlaufpunkt für Radwanderer und andere Interessierte, die auf den unterschiedlichsten Routen der Kirchenstraße Gotteshäuser und Sehenswürdigkeiten zwischen Dübener Heide und Fläming erkunden möchten. Ein Informationspunkt wurde auf der Straußenfarm Schlüterhof ( http://www.straussenfarm-schlueterhof.de ) in Naundorf eingerichtet. Dabei wurden gleichzeitig die Gotteshäuser in Blönsdorf und Seehausen im brandenbnurgischen Landkreis Teltow-Fläming in das Projekt integriert.
Als Teilnehmer an der Flämingkirchen-Exkursion der Mitteldeutschen Kirchenstrasse (19.06.2010) erlebte ich das Engagement von vielen Ehrenamtlichen in den kleinen Dorfkirchen des Fläming.
Nicht die großen Kathedralen sind es, die kirchliches Leben ausmachen, sondern eher die kleinen am Wegesrand stehenden Gotteshäuser. Ob Kirchenmusik, Andachten oder interessante Kirchenführungen – all das bereicherte diesen erlebnisreichen Tag.
Die 25 bis 30 Mitstreiter waren sehr angetan von der Exkursion, die inzwischen schon einen festen Platz (3.Sonnabend im Juni)im Kalender der Mitteldeutschen Kirchenstrasse hat. Die Eröffnung der “Botschaft Mitteldeutsche Kirchenstrase” in Naundorf bildete den festlichen Höhepunkt. Den Machern Peter Werner und Lysander Pötzsch gilt ein besonderer Dank, aber auch den Pfarrern Dr. Schollmeyer, Dr. Neugebauer, Meinhof, Propst Siegfried Kasparick und den Kirchenmusikern Michael Weigert und Volkmar Genterczewski, die das Projekt begleiteten.
Pfarrer Meinhof schreibt auf http://www.seyda.de:
30.10. NEUES aus NAUNDORF: “An der Mühle Naundorf wurden die Außenarbeiten fertig gestellt. In dieser Woche beginnen Arbeiten im Innenbereich, die sich bis Dezember hinziehen werden. Einige Maschinen sollen dann wieder funktiontüchtig sein. Als Ausgleichsmaßnahme für die Asphaltierung des Radweges Naundorf-Zahna, die in der nächsten Zeit beginnen soll, werden im November zwischen dem Mühlen-Grundstück und dem Wald sowie auf dem Sportplatz Linden gepflanzt.”
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