Kirche zu Mühlbeck
Die Feldsteinkirche hat alle Kriegsereignisse seit Bestehen des Dorfes überstanden. Mühlbeck wurde in alten Urkunden etwa 1388 erwähnt. Es ist aber anzunehmen, dass die Kirche ca 150 Jahre älter ist. Es kann sein, dass sie als Wegefahrkapelle ihren Ursprung hatte, denn durch den Ort führte eine alte Handelsstraße, die ihren Weg durch große Teile Europas nahm. Es könnte also sein, dass Apsis und der erste Kirchenabschnitt bis zur Kanzel, also vor dem eigenlichen heutigen Kirchenschiff, eine solche entweder offene oder von Eremiten betreute Kapelle gewesen ist. Im Laufe der Jahre wurde diese Kapelle ausgebaut.
Von 1691 bis 1751 wurde der Innenausbau nach barocken Vorlagen vorgenommen. Der Beichtstuhl, heute Aufgang zur Kanzel, wurde laut Beschriftung im Jahre 1730 eingebaut. Die Bilder an der Kanzel zeigen die vier Evangelisten Matthäus, Markus, Lukas und Johannes.
In der Kirche ist ein Flügelaltar mit Schnitzfiguren aus der Zeit um 1510 zu bewundern. Er ist ein künstlerisches Kleinod. Ähnliche Altäre befinden sich in Pouch, Friedersdorf und Bitterfeld.
Die Orgel wurde 1740 als schönes kleines Barockwerk eingebaut. Die Orgel wurde im Jahre 2006 umfangreich und aufwändig restauriert. Sie kommt sowohl bei Gottesdiensten als bei Konzerten zum Einsatz.
In den Jahren 1995 und 1996 wurde der Innenraum umfangreich saniert. Die Turmerneuerung konnte nach längerer Vorbereitungszeit von Juni 2000 bis Februar 2001 durchgeführt werden.
Mühlbeck ist ein ehemaliges Industriedorf in der Chemieregion Bitterfeld. Es wurde 1388 erstmalig urkundlich erwähnt. Die romanische Feldsteinkirche mit ihrem geschnitzten Flügelaltar wird allerdings auf 1200 datiert.
Das Dorf ist eines der seltenen Straßenangerdörfer, die in ihrer ursprünglichen Form noch erhalten sind. Um den Dorfteich gruppieren sich die Häuser mit den Giebelseiten um den Dorfplatz (Anger). Fast alle Häuser sind saniert und über das Projekt Dorferneuerung wurden alle Straßen und Plätze instandgesetzt.
Das heutige Schmuckstück dörflicher Idylle ist Standort des ersten deutschen Buchdorfes, welches 1997 von einigen Enthusiasten in Mühlbeck und Friedersdorf gegründet wurde. Ein knappes Dutzend Antiquariate bieten interessierten Lesern ein umfangreiches Angebot über die gesamte Bandbreite zum Thema Buch. Der Ort, der 40 Jahre am Rande von 2 Braunkohletagebauen lag, ist heute eingebettet in 2 Seen, den Muldestausee und den Großen Goitzschesee. Hier hat sich die europaweit größte Wandlung vom Tagebau zum Erholungsgebiet und Landschaftskunst vollzogen. Sein Charakter hat sich vom Industrie- zum Tourismusort gewandelt. Um ihn herum entstanden Naturparadiese zu Land und zu Wasser. Viele Kilometer bester Rad- und Wanderwege laden zu Sport und Spaß für die gesamte Familie ein.
Besuchen Sie uns doch selbst einmal!
Zitate zum Buchdorf Mühlbeck von Text: Martina Brück Goitzsche.Tours




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