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Kirche zu Dommitzsch

13 Juli 2010 1.825 views bisher 1 Kommentar
Kirche zu Dommitzsch

Kirche zu Dommitzsch

Die Stadtkirche St. Marien ist nicht die erste Kirche von Dommitzsch. In der Siedlung vor dem Burgward befand sich bereits die Martinskirche. Diese älteste bekannte Kirche des Ortes soll im 13. Jahrhundert erbaut worden sein; als ihr Standort gilt ein Teil des heutigen Pfarrgartens. Während der Hussitenkriege 1429/30 wurde sie ausgeplündert und zerstört; ihre Reste wurden im 19. Jahrhundert vollständig abgetragen. Einzige Zeitzeugen der Martinskirche sind wahrscheinlich drei aus Holz geschnitzte Altarfiguren, die heute in der Marienkirche den Altar schmücken.

Die Grundsteinlegung für die neue Kirche erfolgte vermutlich im Jahre 1443 im Zentrum der sich herausgebildeten Stadt. In fünfzigjähriger Bauzeit entstand eine dreischiffige spätgotische Hallenkirche, aus Backstein errichtet, mit einem mächtigen Westturm, der einst zwei Kirchturmspitzen trug.

Nach einem Brand 1588 schon schwer beschädigt, brannte sie 1637, im schlimmsten Jahr des Dreißigjährigen Krieges, völlig aus. Zahlreiche Reparaturen und Erneuerungen veränderten ihr Aussehen, lediglich der Altarraum blieb mit seinem schönen Sterngewölbe in ursprünglicher Form erhalten. Als größte Kostbarkeit der Marienkirche gelten die schon erwähnten gotischen Schnitzfiguren aus dem 13. Jahrhundert.

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Eine Frau, deren Gesichtszüge Kummer und Schmerz erkennen lassen, eine mehr kindlich anmutende Mädchengestalt und eine Männerfigur, in der man Johannes den Täufer erkennt, sind dargestellt. Kulturhistorisch interessant sind auch die im Turm erhalten gebliebenen Grabdenkmäler.

Ab 03. Mai 2010 öffnete eine neue Ausstellung im Turmraum der Dommitzscher Kirche. Der Besuch ermöglicht einen interessanten Streifzug durch die Kirchenlandschaft des Flämings.

Ein Kommentar »

  • Rainer Schultz schreibt:

    Die Kirche zu Dommitzsch bietet in den Sommermonaten einen beliebten Anlaufpunkt für die zahlreichen Radtouristen entlang des Elberadwegs.
    Stets geöffnet, dazu mit einer interessante Ausstellung zur Mitteldeutschen Kirchenstrasse, lädt sie zum Verweilen ein – gewissermaßen als ein Ruhe-und Meditationspunkt.
    Das Gästebuch und die Besucherstatistik verweist auch auf viele ausländische Besucher hin. Selbst aus Australien und Kanada, vorwiegend jedoch aus den Niederlanden und natürlich den deutschen Bundesländern zählen die Kirchenbesucher.
    Ab 10 Uhr geöffnet stehen auch Kirchenführer zur Verfügung.
    Die Dommitzscher Kirche, neben der Axiener und Prettiner Kirchen können hier als beispielhaft gelten und sollten trotz Personalmangel im kirchlichen Bereich Nachahmer finden.

    Rainer Schultz – Wittenberg

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