Die Dorfkirche
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Die Dorfkirche ist, wie die Kathedrale, die Pfarr- und Ordenskirche, eine begriffliche Abstraktion zur allgemeinen Bezeichnung des ländlichen Kirchenbaus im Unterschied zur städtischen und klösterlichen Sakralbauweise.
Sie hat in der Kunstgeschichte nie die Aufmerksamkeit erzielen können wie die großen Bauten des Weltklerus und des Mönchtums.
Das liegt gewiß an ihrem verhältnismäßig nüchternen Erscheinungsbild, ihrer vergleichsweise Formenanmut, aber auch der kargen Quellenlage.
So findet man sie in den bekannten Architektur- und Kunstgeschichten meist nur am Rande, gleichsam im Schatten der hohen Kunst und Architektur versammelt.
Andererseits ist die Beschäftigung mit der Dorfkirche schon alt. Dabei musste die Dorfkirche, wohl aufgrund ihrer besonderen Erfassungsprobleme und der geringen Nachrichtenlage, recht häufig in ideologische Fahrwasser geraten und musste für stammesspezifische und gesellschaftsformative Interpretationen herhalten.
Eine vorurteilsfreie Beschäftigung, die der Dorfkirche zunächst die nötigen Fakten als Interpretationsgrundlage abringt, ist noch relativ jung.
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Die Amtskirchen wollen keinesfalls auf die überkommenen Dorfkirchen verzichten. Hier versucht etwa die 1995 durch die Evangelische Kirche gegründete Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmäler in Deutschland mit Sitz in Hannover , gegenzusteuern.
So soll der Umgang mit den Dorfkirchen in Respekt vor der Geschichte der Gebäude erfolgen, die Kirchen keinesfalls abgebrochen, Säkularisationen vermieden werden.
Schließlich soll die gottesdienstliche Funktion im Vordergrund der Nutzung stehen und wenn dies nicht möglich ist, sollen Fremdnutzungen unbedingt im Einklang mit der Würde des Bauwerks erfolgen.
Diese Thesen kommen einer Charta des Erhalts von Dorfkirchen gleich. Weitere Manifeste zum Erhalt kirchlicher Baudenkmäler wurden 1995 in Dresden und 1996 in Magdeburg verabschiedet.
Aber auch die Öffentlichkeit will nicht, dass die Dorfkirchen verschwinden, wie eine Umfrage 2001 ergeben hat und sich immer wieder aktuell bestätigt.
Wir können konstatieren: Das Interesse am Erhalt der Dorfkirchen ist allseits vorhanden und es ist groß.
Das zeigen die vielen Förderkreise, die sich inzwischen gegründet haben und die sich nachhaltig für ihre Dorfkirche einsetzen.
Und doch, immer wieder entsteht die bange Frage, reicht diese Engegement allein aus?
Wie steht es um die Verantwortung der öffentlichen Hand und der Gesellschaft im allgemeinen?
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Es ist noch nicht selbstverständlich, über Nutzungsprobleme von Kirchen in der Öffentlichkeit zu sprechen oder sogar zu diskutieren, da diese Problematik sehr vielschichtig ist.
Es wird deshalb um Verständnis gebeten, wenn hier im Rahmen dieses Beitrags nur einige Aspekte genannt werden können.
Ein wichtiges Ergebnis war das Magdeburger Manifest, auf welches bereits hingewiesen wurde. Ein Aufruf, der bis heute aktuell geblieben ist und auf weitere Beachtung und Umsetzung wartet. Als wichtige Möglichkeit der Bewahrung wird darin die Erhaltung durch Nutzung angesprochen.
Allgemein sollte auch sein, dass das Land Sachsen-Anhalt als das an Denkmalen reichste Gebiet Deutschlands gilt und auch die Landeskirche über den ältesten und bedeutensten Sakralbaubestand aller Gliedkirchen der Evangelischen Kirche in Deutschland verfügt.
Die Altmark hat soviel romanische Kirchen wie ganz Ungarn.
Die elbnahen Regionen der linkselbischen Altmark und des rechtselbischen Jerichower Landes besitzen den dichtsten Bestand romanischer Dorfkirchen aus Backstein in Mitteleuropa. Die Bauten konzentrieren sich auffällig im äußersten Nordosten der Altmark, der Wische, und im näheren Umkreis von Jerichow. Das Ungleichgewicht bei der Verteilung ist im Zusammenhang mit der naturräumlichen Gliederung des Landes zu sehen. Die erst im 12.Jahrhundert von niederländischen Kolonisten ‚urbar gemachte Wische’ sowie die sich von der Elbe bis zur Havel erstreckenden Niederungen östlich von Jerichow waren natürliches Überschwemmungsgebiet und stellten daher mit ihren Lehm- und Schlickböden die Grundlage für die Herstellung von Backsteinen dar.


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