Flämingkirche Jahmo
Einstmals als Wehrkirche ausgangs des 12.Jahrhunderts errichtet, überzeugt sie durch ihre Einfachheit. Dem Reiz dieser Kirche kann man sich schwerlich entziehen. Wie viele Flämingkirchen überragt sie als flachgedeckter Feldsteinbau, auf einem Berg angesiedelt, die Häuser des Dorfes Jahmo. Hervorzuheben ist die Nord-Süd Orientierung des Bauwerkes. Über die Ursachen kann nur spekuliert werden. Weilt man im Kircheninnern und nimmt Platz auf einer der schlichten Holzbänke, so ist es geradezu wohltuend, hier einen Ort der Stille vorzufinden. Wer auf einer Wanderung, sei es per pedes oder per Rad, die Höhen des Fläming erklimmt, kommt nicht umhin, den kleinen Feldsteinkirchen des Fläming seine Aufmerksamkeit zu widmen. Einstmals als Wehrkirche erbaut, überragt die Jahmoer Kirche -12.Jh.-, auf einem Berg angesiedelt, die Häuser des kleinen Ortes.
Flachgedeckter rck. Feldsteinbau mitgerundetem Chor und w Dachturm in Fachwerk, Kern wohl rom., bar. verändert. Das Innere aus der Zeit des Umbaus. – Altaraufsatz 1.H.18.Jh. mit Figurenschmuck und rahmenden Akanthusranken, im Zentrum schöngemalter Flügelaltar, von den niederländischen Manieristen des 1.V.16.Jh. beeinflußt; in der Mitte die Anbetung des Kindes durch den Hirten, links die Verkündigung, rechts die Anbetung der Könige. Polyg.Kanzel mit Eckgirlanden und angeschlossenem Sakristeigestühl. WEmpore (Quelle: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler Ausgabe 1976).
Warum die Kirche entgegen üblicher Bauweise eine Nord-Süd-Orientierung aufweist, kann nur spekuliert werden. Wahrscheinlich ließ der raue Untergrund auf dem leichten Flämingsand keine andere Anordnung zu.
Reichtum konnten die Bewohner der kleinen Flämingdörfer in der Vergangenheit nicht aufweisen. Das war auch der Grund dafür, dass nach den Napoleonschen Kriegen im Jahre 1815 der Anbau der leicht eingezogenen Apsis ebenfalls, wie der Dachreiter in einer damals billigeren Fachwerkbauweise erfolgte. Damit ist die Kirche vom Erscheinungsbild her nicht flämingtypisch.
Einstmals schmückte ein aus der Cranachschule stammender Flügelaltar das Gotteshaus. In den 80er Jahren des 20. Jh. wurde dieses Kunstwerk gestohlen. Seitdem sind dort Fotokopien des Kemberger Cranachaltars zu sehen.
Weilt man im Kircheninneren auf einer der schlichten Holzbänke, so ist es geradezu wohltuend hier einen Ort der Stille vorzufinden, in einer Zeit der eher schrillen und lauten Töne. Ungeachtet sich vollziehender Strukturwandlungen bleibt die Kirche nicht nur topografischer, sondern auch stets geistlicher Mittelpunkt des Dorfes.
Diesem Anliegen gerecht zu werden – das möchte die Mitteldeutsche Kirchenstrasse und der gleichnamige Verein auch in Zukunft.



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