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Flämingkirche Braunsdorf

21 Juli 2010 2.011 views bisher keine Kommentare
Kirche Braunsdorf b Wittenberg

Kirche BNraunsdorf b Wittenberg

Die Flämingkirche Braunsdorf gehört zur Parochie Dobien.
Bautypisch ist die Kirche ein Rechteckbau mit einem ungewöhnlichen halbrunden Chorabschluss nach Osten hin. Die Mauerschichten im unteren Teil bestehen aus ungleich grossen Feldsteinen, die mit viel Mörtel zusammengehalten werden. In den höheren Schichten wurden Ziegelsteine verwendet. Die Aussenwände sind mit glatten Mörtelputz versehen.
Die Korb- oder Segmentbogenfenster sind barocken Ursprungs, während das Eingangsportal an der Südseite der Kirche eher romanisch anmutet.
Das aufgesetzte rechteckige Glockentürmchen ist im Fachwerkstil ausgeführt.

Mit der Dorfgründung durch flämische Einwanderer im Zuge der Ostkoloniesation und der Christianisierung im 12.Jahrhundert entsteht eine einfache aus Feldsteinen errichtete Kirche.

  • 1637 – Zerstörung des Dorfes eischließlich Kirche durch die Schweden im 30-jährigen Krieg. Bei der bestandsaufnahme der Kriegsschäden nach Abzug der Schweden wird Braunsdorf als wüste Stätte vorgefunden.
  • 1687 – Neuansiedlung. Pfarrer Montanus hält im Mai in der wiederaufgebauten Kirche die erste Predigt. Erbauer ist der Wittenberger Kreishauptmann Christian Zahn. Vor der Kirche wird eine noch heute vorhandene Linde gepflanzt.
  • 1700 – Anbau eines Fachwerktürmchens an der Westseite der Kirche und Einbau einer Glocke.
  • 1839 – Gründliche Instandsetzung der Kirche.
  • 1879/80 – Durchführung von Ausbesserungsarbeiten.
  • 1906 – Erneuerung des Kircheninnere.
  • 1935 – Durch das Explosionsunglück im benachbarten Sprengstoffwerk Reinsdorf (WASAG) wird die Kirche in Mitleidenschaft gezogen. Für 438,- Mark werden die Schäden nur notdürftig behoben.
  • 1968 – Instandsetzungsarbeiten am Kirchendach, in den Jahren 1988 und 1991 erfolgen weitere Dachreperaturen.
  • 1978 – Eintragung in das Denkmalverzeichnis.
  • 1996 – Beginn der Vorbereitung der Sanierung der Kirche zu einem multifunktionalen Dorfzentrum durch das Architektenbüro Schreinert und Walther
  • 2001 – Beginn der Gestaltung der Aussenanlagen durch ABM-Kräfte und im freiwilligem Einsatz durch Gemeindemitglieder.
    Aufgrund des desolaten Bauzustandes wird die Kirche vom Bauordnungsamt gesperrt.

„Wer sich selbst aufgibt ist verloren“ – so könnte das Motto gelautet haben, das sich der 2001 gegründete Förderverein „Flämingkirche Braunsdorf“ e.V. zu eigen machte, als er sich für den Erhalt seines von vielen bereits aufgegebenen Gotteshauses einsetzte. Mit beispielhaftem Engagement vieler Braunsdorfer geschah das Unglaubliche. Die auf Grund beträchtlicher Bauschäden als kaum noch sanierungsfähig eingestufte Kirche konnte gerettet werden. Im Frühjahr 2003 war die Hauptsanierung abgeschlossen. Es folgte die Innensanierung. Voller Emotionen fand am Ende der Dankgottesdienst statt. Ein großes Etappenziel war erreicht.

Dr. Martina Schering, Vereinsvorsitzende, verstand es in schwierigen Phasen immer wieder, die Menschen zu motivieren, den Glauben an ihre Kirche nicht zu verlieren.

Der Erfolg bestätigte die Richtigkeit der Herangehensweise
Pioniergeist, wie er einstmals vor 850 Jahren von den flämischen Siedlern vonnöten war – er zeigte sich auch hier als das Erfolgsrezept.

Seit die Glocke 2003 saniert wurde – ihre Entstehungsgeschichte ist eingraviert und nachlesbar

- Goss mich Michael Weinholdt in Dresden – Durch milde Beysteuer gutherliger Christen – Binn ich anno 1700 gegossen uund bey dieser – Kirchen zu des großen Gottes Ehren und Gemeinen Nutzen angeschafft worden.

erklingt sie mit elektrischem Läutwerk versehen, wieder regelmäßig. Vier große Bauphasen erlebte die Kirche in den letzten 800 Jahren. Möge nun ein vorläufiger Schlusspunkt gesetzt sein.

Beitrag Rainer Schultz Wittenberg

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